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	<title>Neuigkeiten aus dem Reich der Vernunft</title>
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	<description>Zeugnisse modernen Versagens</description>
	<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 09:53:42 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
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		<title>Der zweite Tag - Sebastian Markus (5. Teil)</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Sep 2008 14:58:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Ewen Ungar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die Betriebsversammlung - Ein Roman aus der neuen Mitte]]></category>

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		<description><![CDATA[Als er in sein Büro kam, telefonierte Karin Hunger wie gewohnt mit Kunden. 
Sebastian packte seine Sachen. Viel war nicht zu tun. Ein paar Kugelschreiber und einen Textmarker steckte Sebastian in seine Hosentaschen. Ein Rollcontainer, dessen Inhalt überwiegend aus zerlesenen Ausgaben von Happy Weekend und anderen Kontaktanzeigenblättern bestand, war zum Lift und von dort eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span lang="DE">Als er in sein Büro kam, telefonierte Karin Hunger wie gewohnt mit Kunden. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Sebastian packte seine Sachen. Viel war nicht zu tun. Ein paar Kugelschreiber und einen Textmarker steckte Sebastian in seine Hosentaschen. Ein Rollcontainer, dessen Inhalt überwiegend aus zerlesenen Ausgaben von <a href="http://www.happyweekend.de" target="_blank">Happy Weekend</a> und anderen Kontaktanzeigenblättern bestand, war zum Lift und von dort eine Etage tiefer in ein Büro zu rollen. Damit war der Umzug auch schon erledigt. Die IT würde Telefon und Netzwerk umleiten, fertig. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Sebastian behauptete vor sich und anderen, diese Kontaktmagazine für seine Arbeit zu benötigen, denn er wolle einen Überblick über den Markt behalten. Offiziell interessierte es ihn, welche Professionelle unter „privat“ inserierte und welche Private eventuell für eine Anzeige im Internet geworben werden könnte. Die verklebten Seiten mit den großformatigen Bildern erzählten allerdings eine etwas andere Geschichte von Sebastians Lektüre. </span><!-- bubbleGUM --><span id="more-44"></span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Karin hatte ihr Telefonat beendet und wollte wissen, was Sebastian vorhatte. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Ich ziehe um.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Wohin denn?“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Ich lege den Betriebsrats-Fuzzies das Handwerk.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Warum denn das?“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Weil die mit ihrem Scheiß unsere Arbeitsplätze gefährden. Oder willst du morgen auf der Straße sitzen? Roland verkauft die Firma, wenn es hier einen Betriebsrat gibt.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Ach komm! Das ist nicht dein Ernst. Seit ich hier arbeite wurde die Firma schon zig Mal verkauft. Das ist doch nur Gelaber.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Dieses Mal ist es anders. Es gibt schon einen Interessenten aus Übersee.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Und wer soll das sein?“ Karin tippte auf ihrer Tastatur.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Keine Ahnung. Ein Hedge-Fonds oder sowas. Der will drei Viertel der Leute entlassen.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Das denkst du dir doch bloß aus.“ Karin tippte weiter.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Nein! Frag Roland. Dem ist es total ernst. Wenn es hier einen Betriebsrat gibt, verkauft er und zieht sich zurück. Genug Kohle hat er ja. Er macht das alles nur für uns. Er selbst hat es gar nicht nötig zu arbeiten.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Und das glaubst du?“ Karin tippte vor sich hin.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Klar! Der Betriebsrat muss verhindert werden. Sonst werden wir alle arbeitslos. Ich muss gehen. Bis später.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Bis später“, sagte Karin und drückte die Eingabetaste auf ihrem PC. Damit war die gesamte Information, die ihr Sebastian eben gegeben hatte, sowohl an einen der Betriebsrats-Fuzzies als auch an zahlreiche weitere Kollegen gestreut, denn Karin hatte während des Gesprächs eine Email verfasst. Im Wesentlichen stimmte die Information, die sie weitergab. Lediglich war aus dem Interessenten aus Übersee ein chinesischer Investor geworden, da Karin auf die Schnelle nicht wusste, wie man Hedge-Fonds schreibt. </span></p>
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		<title>Der zweite Tag - Sebastian Markus (4. Teil)</title>
		<link>http://www.logon-echon.de/?p=43</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 14:50:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Ewen Ungar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die Betriebsversammlung - Ein Roman aus der neuen Mitte]]></category>

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		<description><![CDATA[ Sebastian saß mit Anja, Sabine und Werner Tietz in Rolands Büro. Werner Tietz hatte gerade auf die Anweisung Rolands, die drei zu kündigen, die zur Betriebsversammlung eingeladen hatten, geantwortet, dass dies nicht so einfach ginge.
Alle versuchten, ein möglichst betroffenes Gesicht zu machen, denn Roland konnte diesen Affront der deutschen Gesetze gegen ihn und seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--[if gte mso 9]><xml> <w:WordDocument> <w:View>Normal</w:View> <w:Zoom>0</w:Zoom> <w:DoNotOptimizeForBrowser /> </w:WordDocument> </xml><![endif]--> Sebastian saß mit Anja, Sabine und Werner Tietz in Rolands Büro. Werner Tietz hatte gerade auf die Anweisung Rolands, die drei zu kündigen, die zur Betriebsversammlung eingeladen hatten, geantwortet, dass dies nicht so einfach ginge.</p>
<p>Alle versuchten, ein möglichst betroffenes Gesicht zu machen, denn Roland konnte diesen Affront der deutschen Gesetze gegen ihn und seine Firma nicht fassen. Es war eine Unverschämtheit! <span id="more-43"></span>„Ich will Ideen hören, wie wir das Problem beseitigen!“ Roland hämmerte jedes Wort untermauernd mit der Faust auf den Tisch.</p>
<p>Sebastian dachte sich, was Roland doch für eine arme Sau sei, und wünschte sich, er könnte die Gründung eines Betriebsrates vorantreiben.</p>
<p>„Lass die doch einfach machen“, schlug er vor. „Das wird doch sowieso nichts. In drei Wochen ist das alles vergessen.“</p>
<p>„Du hast sie wohl nicht mehr alle!“ Roland warf mit einer Schachtel Büroklammern nach Sebastian, die seinen Kopf nur knapp verfehlte. Durch den Aufprall an der Wand hinter Sebastians Kopf öffnete sich die Schachtel. Eine große Zahl Büroklammern verteilte sich auf dem Boden.</p>
<p>Sebastian war bemüht, ruhig zu bleiben. Jedem anderen hätte er jetzt die Fresse poliert. Sabine ging auf die Knie und fing an, die Büroklammern einzusammeln. Sebastian fühlte Verachtung in sich aufsteigen. Er wusste allerdings nicht, gegen wen sich dieses Gefühl richtete.</p>
<p>„Ich muss absolut sicher gehen, dass es hier keinen Betriebsrat gibt! Ist euch das klar!“ Roland war völlig außer sich. „Das ist eine kreative, dynamische Firma. Ich lass mir doch von einem Betriebsrat nichts vorschreiben. Was meint ihr eigentlich, was so ein Betriebsrat kostet? Zehntausende! Und wovon soll ich das bezahlen? Sebastian! Erklär mir das mal bitte. Soll ich dein Gehalt kürzen und damit den Betriebsrat finanzieren? Keine schlechte Idee eigentlich, du hast in letzter Zeit ohnehin stark nachgelassen. Also wenn du weiter von mir durchgefüttert werden willst, obwohl deine Leistung nicht stimmt, dann sorg dafür, dass es keine Betriebsversammlung gibt. Hast du kapiert?“</p>
<p>Adrenalin schoss in Sebastians Blutbahn. Er hatte kapiert. Die Angelegenheit war weitaus ernster, als er angenommen hatte. „Dem geht der Arsch auf Grundeis!“, dachte Sebastian.</p>
<p>Es gab einen Moment des Schweigens. Dann fing Roland an zu erklären, was passieren würde, wenn es hier einen Betriebsrat gäbe. Es wäre das Ende der Firma. Der Betriebsrat würde alles dominieren. Es wären Zustände wie man sie aus der DDR und der Sowjetunion kannte. Wirtschaftlich völliger Stillstand. Es wäre das Aus für Kreativität und Dynamik, vor allem aber wäre es vorbei mit Lohnerhöhungen und Boni. Wenn es einen Betriebsrat gäbe, würde Roland alles hinwerfen. Er würde an den Nächstbesten verkaufen.</p>
<p>Schweigen.</p>
<p>Werner Tietz richtete das Wort erneut an Roland. „Wir können die drei natürlich unter Beobachtung halten. Psychologisch Druck ausüben und jeden Fehler abmahnen.“</p>
<p>„Sehr gut! Macht sie fertig. Wir werden etwas umstrukturieren müssen. Anja, Sabine und Sebastian, ihr zieht um. Jeder in ein anderes Büro. Jeder von euch bekommt einen von den dreien, die zur Betriebsversammlung eingeladen haben, ins Büro gesetzt. Ihr lasst alle andere Arbeit sein und überwacht nur, was die drei machen. Jeder Fehler, jedes Kommunikation, alles wir mir sofort gemeldet. Ich will die noch vor Ablauf der Woche aus der Firma haben. Ist das klar? Wenn es hier einen Betriebsrat gibt, verkauf ich die Firma und schmeiße vorher alles raus! Verstanden!“</p>
<p>Alle nickten zustimmend. „Jetzt raus! Ich will Ergebnisse sehen!“</p>
<p>Auf Weg zurück in sein Büro machte Sebastian einen kleinen Umweg. Er wollte eine Zigarette rauchen und ging vor die Tür. Er wog ab, wälzte Gedanken hin und her, dachte an seine Position in der Firma und an Roland. Vier Leute, die sich entschlossen hatten, mit Roland für die Firma zu kämpfen. Gegen Arbeitsplatzabbau und für das Wohl aller. Sebastian fühlte sich plötzlich erhaben. Es war richtig, sich auf Rolands Seite zu schlagen. Außerdem schien ihm die neue Aufgabe spannend. Es hatte was von Detektiv und Spion. Er würde die drei zur Strecke bringen, da war sich Sebastian sicher. Er fühlte sich plötzlich einem inneren Kreis zugehörig, er war eingeweiht, ein Ritter der unternehmerischen Freiheit. Sebastian fand es nun bewundernswert, wie sehr Roland seine Firma im Interesse der Angestellten verteidigte. Wenn ein Betriebsrat wirklich so teuer war und er derart viele Befugnisse hatte, war es wohl auch besser, keinen zu haben. Sebastian hatte sich fest entschlossen, für die Verhinderung des Betriebsrates zu kämpfen. Mit allen Mitteln.</p>
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		<title>Der zweite Tag - Sebastian Markus (3. Teil)</title>
		<link>http://www.logon-echon.de/?p=42</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Sep 2008 13:46:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Ewen Ungar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die Betriebsversammlung - Ein Roman aus der neuen Mitte]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Sebastian ist Büro kam, war Anja schon da. Er war gleich doppelt überrascht, denn normalerweise kam Anja deutlich später als alle anderen. Ein Privileg, das ihr aus der körperlichen Nähe zur Firmenspitze erwuchs. Die zweite Überraschung war Anjas Unterhaltung mit Sabine Krautmann. Sebastian bemerkte einen ganz neuen Ton, der zwischen den beiden herrschte, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span lang="DE">Als Sebastian ist Büro kam, war Anja schon da. Er war gleich doppelt überrascht, denn normalerweise kam Anja deutlich später als alle anderen. Ein Privileg, das ihr aus der körperlichen Nähe zur Firmenspitze erwuchs. Die zweite Überraschung war Anjas Unterhaltung mit Sabine Krautmann. Sebastian bemerkte einen ganz neuen Ton, der zwischen den beiden herrschte, und konnte nicht ganz einordnen, was er davon halten sollte. Von „Schatzilein“ war da die Rede, von „meine Liebe“ und „Freundin“. Zwar hatte Anja diese Worte schon häufiger für die Anrede Sabines benutzt, doch früher klangen sie eher spitz und ironisch. Heute hatten sie eine weiche, beinahe aufrichtige Tönung des Respektes und der Verbundenheit angenommen. </span><span id="more-42"></span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Sabine freute sich sichtlich über ihren neuen Status in der Firma und gab die ganze Sanftmut, die ihr nun entgegengebracht wurde, mit voller Verve zurück. Es war, als wollten die beiden sich gegenseitig in ihrer Anerkennung und Wertschätzung übertrumpfen. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Anja richtete das Wort an Sebastian: „Hat der Herr auch schon ausgeschlafen? Du bist aber spät dran!“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Sebastian sah auf die Uhr. Er war pünktlich und wollte das sagen. Doch Anja unterbrach ihn. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Sabine ist mit im Boot! Ist das nicht klasse? Wir sind also schon zu dritt.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Mit im Boot? Wovon sprichst du?“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Na von unserer Aktion gegen den Betriebsrat. Dummerchen! Hast du schon alles vergessen, was wir gestern besprochen haben?“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Sebastian konnte sich an den gestrigen Abend ziemlich genau erinnern, hatte er ihn doch am Morgen unter der Dusche nochmals ausführlich Revue passieren lassen, um sich einen runter zu holen. Irgendwelche Abmachungen waren jedoch kein Teil seiner Erinnerung. Zudem hatte er ja geplant, die Gründung eines Betriebsrates zu unterstützen, schon allein, weil es Roland demütigen würde. OK, er hatte gestern in einer bestimmten Situation gesagt, ein Betriebsrat wäre nicht gut, aber eine Abmachung war das nicht. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Wir müssen jetzt ganz gezielt vorgehen“, meinte Anja. „Sabine will rausfinden, wie man die drei rauswerfen kann, die diese dämliche Einladung rumgeschickt haben. Wir müssen mit den Kollegen sprechen und sie davon abhalten, auf die Betriebsversammlung zu gehen.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Ich muss heute aber zu Cosmos-FKK und die Gestaltungsvorschläge für die Webseite präsentieren.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Das kannst du vergessen. Betriebsrat hat oberste Priorität. Der muss verhindert werden, sonst ist die Firma bankrott.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Wieso bankrott?“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Weil Roland die Firma verkauft, wenn es hier einen Betriebsrat gibt. Das hat er mir gestern gesagt. Das müssen wir verhindern.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Die Situation, in der sich Sebastian plötzlich befand, erzeugte in ihm genau das gegenteilige Gefühl, das er hatte, wenn er mit seinem Auto kräftig beschleunigte, dicht auffuhr und hart abbremste. Es war, als wäre ihm sein Ich abhanden gekommen. Sebastian fühlte sich eingesperrt, unfrei, kastriert. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">„Steh hier nicht rum! Wir müssen zu Roland. Wir treffen uns da gleich mit dem Tietz und besprechen das weitere Vorgehen.“</span></p>
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		<title>Der zweite Tag - Sebastian Markus (2. Teil)</title>
		<link>http://www.logon-echon.de/?p=41</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Sep 2008 13:40:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Ewen Ungar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die Betriebsversammlung - Ein Roman aus der neuen Mitte]]></category>

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		<description><![CDATA[ Da Christina für eine Firma arbeitete, die auf dem Weg zur Werbeagentur lag, fuhren sie zusammen zur Arbeit. Schweigend. Kurz vor der Bushaltestelle, an der Sebastian Christina gewöhnlich aus dem Auto steigen ließ, fragte sie, ob es heute Abend auch wieder später werden würde.
„Ich weiß es noch nicht. Wir sind da an einem ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--[if gte mso 9]><xml> <w:WordDocument> <w:View>Normal</w:View> <w:Zoom>0</w:Zoom> <w:DoNotOptimizeForBrowser /> </w:WordDocument> </xml><![endif]--> Da Christina für eine Firma arbeitete, die auf dem Weg zur Werbeagentur lag, fuhren sie zusammen zur Arbeit. Schweigend. Kurz vor der Bushaltestelle, an der Sebastian Christina gewöhnlich aus dem Auto steigen ließ, fragte sie, ob es heute Abend auch wieder später werden würde.</p>
<p>„Ich weiß es noch nicht. Wir sind da an einem ganz großen Projekt dran.“</p>
<p>„Schreib mir eine SMS, wenn du es weißt, oder ruf mich kurz an. Gestern habe ich fast eine Stunde gewartet.“</p>
<p>„Wenn ich so einen Sekretärinnenjob hätte, wie du, wäre ich auch froh. Da könnte ich jeden Tag um Punkt fünf den Bleistift fallen lassen. Hast du eigentlich schon mitgekriegt, dass ich in der Werbung arbeite? Das ist ein Stressjob!“ <span id="more-41"></span></p>
<p>„Ich meine ja nur &#8230;“</p>
<p>„Du musst mal kapieren, dass du nichts zu meinen hast. Ich ziehe da gerade ein ganz großes Ding an Land, einen ganz großen Fisch und du meckerst hier rum und meinst irgendwas. Es geht um die komplette Werbung für Finest-Gold-Tabledance. Sechs geile Locations in sechs geilen Städten, alles ganz groß aufgemacht, megageile Weiber, bester Service; ein Haufen Kohle ist da drin. Die haben einen riesen Etat. Und du erzählst hier was von fünf Uhr Feierabend. So, wir sind da!“</p>
<p>„Rufst du mich an, wenn es später wird?“</p>
<p>„Du wirst schon merken, wenn ich nicht komme. Mann! Dass du immer Stress machen musst.“</p>
<p>Nachdem Christina aus dem Wagen gestiegen war, überdachte Sebastian durch den kleinen Dialog angeregt einen Moment seine Position in der Firma. Er war sicherlich einer der wichtigsten Mitarbeiter, denn er holte die großen Etats. Er hatte das Auftreten, dass es brauchte, um Bordellbetreiber, Saunaclubinhaber und Tabledance-Unternehmen die Kohle aus der Tasche zu ziehen.</p>
<p>Er fädelte sich in den Verkehr ein, beschleunigte schnell und wechselte die Fahrbahn. Er fuhr gerne schnell, fuhr gerne dicht auf, bremste hart ab. Es fühlte sich dann männlich.</p>
<p>Demnächst wäre ein Gespräch mit Roland fällig. Der musste mal mehr Geld rüberschieben. Er machte die Drecksarbeit ja nicht für umsonst. Sebastian wollte auch seinen Anteil haben, seinen gerechten Anteil, wohlgemerkt. Das, was ihm analog zu der herausragenden Leistung die er brachte, zustand.</p>
<p>„Du Dreckstürke! Was ziehst du hier auf meine Spur rüber!“ Durch die Ereignisse im Verkehr wurde Sebastian gezwungen, den Fluss seiner Gedanken zu unterbrechen.</p>
<p>„Verpiss dich von meiner Fahrbahn! &#8230; Am besten gehst du dahin zurück, wo du hergekommen bist, du dreckiger Hurensohn!“</p>
<p>Der Wagen vor ihm setzte den Blinker und verließ Sebastians Spur. Sebastian zog vorbei. Im anderen Wagen saß offensichtlich weder ein Mann noch jemand türkischer Herkunft. Die Insassin sah eher nach fußballbegeisterter, deutscher Lesbe aus.  Sebastian ließ sich durch diese Fakten nicht davon abhalten, sich in seiner Haltung zu migrationspolitischen Themen durch das eben durchlebte Ereignis bestätigt zu sehen.</p>
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		<title>Der zweite Tag - Sebastian Markus (1. Teil)</title>
		<link>http://www.logon-echon.de/?p=40</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Aug 2008 14:09:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Ewen Ungar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die Betriebsversammlung - Ein Roman aus der neuen Mitte]]></category>

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		<description><![CDATA[ Das Klingeln des Weckers riss ihn aus einem dumpfen Nichts. Traumlos war seine Nacht gewesen. Die Ereignisse des gestrigen Tages hatten keinen Eingang in Sebastians Schlaf gefunden, doch jetzt fielen sie im langsam wieder ein. Er hatte Anja gefickt, bis sie gequickt hat wie eine Sau, die gerade abgestochen wird. Er hatte es Anja [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--[if gte mso 9]><xml> <w:WordDocument> <w:View>Normal</w:View> <w:Zoom>0</w:Zoom> <w:DoNotOptimizeForBrowser /> </w:WordDocument> </xml><![endif]--> Das Klingeln des Weckers riss ihn aus einem dumpfen Nichts. Traumlos war seine Nacht gewesen. Die Ereignisse des gestrigen Tages hatten keinen Eingang in Sebastians Schlaf gefunden, doch jetzt fielen sie im langsam wieder ein. Er hatte Anja gefickt, bis sie gequickt hat wie eine Sau, die gerade abgestochen wird. Er hatte es Anja richtig besorgt, garantiert besser als Roland es ihr jemals gemacht hatte oder jemals machen würde. Anja war eine richtige Drecksau, <span id="more-40"></span>die es hart braucht; Sebastian war der Mann, der ihr genau das gegeben hatte. Er hatte sie zum Schreien gebracht, in Rolands Haus, auf dessen Sofa. Ein Gefühl der Klarheit in einem für Sebastian plötzlich wichtigen Punkt machte ihn stolz: Im Bett war er besser als Roland. Er war es, der es der Lebensgefährtin des Chefs besser besorgte als der Chef selbst.</p>
<p>Er entfernte sich in Gedanken etwas von der Erinnerung an die ihn erregende, brutale Heftigkeit, mit der er alle Löcher Anjas bearbeitet hatte, und das Wort Betriebsrat fiel ihm ein. Genau! So war es ja erst zu dem Fick gekommen.</p>
<p>Entgegen dem, was er gestern zu Anja gesagt hatte, fand er die Idee inzwischen gar nicht so schlecht. Er könnte sich in den Betriebsrat wählen lassen, Betriebsratsvorsitzender werden. Dann würde er nicht nur Rolands Frau ficken, sondern ihm auch im Büro auf Augenhöhe gegenüber treten können, ihm sagen, was er zu tun und zu lassen habe, ihm sagen, was für ein Volltrottel er sei. Und Roland könnte nichts tun! Er würde Roland demütigen, so wie er ihn gestern gedemütigt hatte. Ständig. Eine große Lust an der Erniedrigung Rolands nahm Sebastian ein, denn er fand, Roland hätte das verdient. Dessen Überheblichkeit und Willkür kotzte Sebastian schon lange an. Er hatte große Lust, es ihm zurückzuzahlen, nicht nur, indem er es heimlich Anja besorgte.</p>
<p>Die Stimme seiner Freundin Christina riss ihn aus Gedanken.</p>
<p>„Du musst aufstehen, Kaffee ist schon fertig.“</p>
<p>Im wurde zum Kotzen. Christina war für ihn zum Symbol für die Langeweile seines Lebens geworden. Christina tat alles, was er verlangte, machte sauber, kochte, wusch ab. Christina hielt die Fresse, wenn er es ihr sagte. Sie beschwerte sich nie, wenn er die Samstage im  Fußballstadion verbrachte oder besoffen nach Hause kam. Sie hatte geile Titten und sah passabel aus. Wenn er Lust auf Sex hatte, schmierte sich Christina einen Haufen Gleitgel in die Möse und ließ ihn machen. Danach sagte sie, wie wunderbar er war. Aber es war alles nicht echt, es war falsch und schal. Ein Leben aus Plastik.</p>
<p>„Das mit dem Betriebsrat ist vielleicht gar nicht so verkehrt“, dachte Sebastian und ging ins Bad.</p>
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		<item>
		<title>Der erste Tag - Anja Zandt (10. Teil)</title>
		<link>http://www.logon-echon.de/?p=39</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Aug 2008 14:02:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Ewen Ungar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die Betriebsversammlung - Ein Roman aus der neuen Mitte]]></category>

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		<description><![CDATA[Anja seufzte, als sie neben Sebastian im Wagen Platz nahm.
„Es ist alles so unglaublich. Ein Betriebsrat! Wozu brauchen wir den? Wir müssen jetzt zusammenhalten und das unterbinden. Ich bin so froh, dass du der gleichen Meinung bist. Ach, Sebastian, das wird Roland schwer getroffen haben. So eine Attacke. Er fühlt sich, als hätte man ihm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anja seufzte, als sie neben Sebastian im Wagen Platz nahm.</p>
<p>„Es ist alles so unglaublich. Ein Betriebsrat! Wozu brauchen wir den? Wir müssen jetzt zusammenhalten und das unterbinden. Ich bin so froh, dass du der gleichen Meinung bist. Ach, Sebastian, das wird Roland schwer getroffen haben. So eine Attacke. Er fühlt sich, als hätte man ihm ein Messer in den Bauch gerammt. Und das von denjenigen, für die er sich immer einsetzt.“</p>
<p>Während Sebastian fuhr, erklärte ihm Anja was Roland dachte und fühlte. Sie verdeutlichte ihm mit tragödienreifer Mimik, wie sehr sie unter dem litt, was sie einen Vertrauensbruch der Kollegen nannte. Was für ein Verrat diese Einladung zur Betriebsversammlung war. <span id="more-39"></span></p>
<p>Sebastian stimmte zu. Ganz dumpf witterte er eine Chance. Ein klares Bild zeichnete sich noch nicht ab, doch ganz vorbewusst ahnte er, wie sehr ihm diese Gelegenheit nützlich sein konnte.</p>
<p>Zwischen ihren Äußerungen, die Spekulationen zu vermeintlichen Fakten machten, lotzte sie Sebastian zum Haus, das sie mit Roland bewohnte. Dort angkommen bat sie Sebastian auf einen Augenblick mit hinein.</p>
<p>„Ich bin zwar total fertig und muss mich gleich mal hinlegen, bevor Elvira kommt. Aber komm doch noch einen Moment rein.“</p>
<p>Sebastian begleitete Anja bis ins Wohnzimmer.</p>
<p>„Willst du ein Bier?“</p>
<p>„Gerne.“</p>
<p>„Im Kühlschrank steht welches. Bring mir bitte eins mit. Ich bin völlig am Ende von dem Schwachsinn.“</p>
<p>Sebastian ging in die Küche, holte zwei Bier, öffnete sie mit seinem Feuerzeug, da er die Schubladen nicht nach einem Öffner durchsuchen wollte. Es erschien ihm zu intim.</p>
<p>Er kehrte ins Wohnzimmer zurück. Anja lag ausgestreckt, den Handrücken ihrer rechten Hand an der Stirn auf dem Sofa. Mit einer weit ausholende Geste dieser Hand wies sie auf einen Sessel.</p>
<p>„Setz dich doch. Lass uns auf die Verhinderung des Betriebsrates trinken.“</p>
<p>Sebastian nahm einen tiefen Schluck aus der Flasche, Anja einen kleinen. Sebastian stellte die Flasche auf den gläsernen Couchtisch. Dabei fiel sein Blick auf Anjas Schenkel. Ohne Bewusstsein glitt sein Blick etwas höher und er erblickte das zarte Rosa, das er vor einigen Stunden schon einmal betrachten durfte.</p>
<p>„Ich weiß, was du jetzt willst“, sagte Anja. „Fürs nach Hause fahren darfst du noch mal gucken.“</p>
<p>Anja zog ihren Rock höher und gewährte Sebastian einen ausdauernden Blick auf ihre Möse. Für beide gerann der ganze Kosmos zu erregter Stille.</p>
<p>Flüsternd fragte sie: „Willst du mal anfassen?“</p>
<p>Sebastian wollte antworten, doch er konnte nicht. Er war gefesselt. Er rutschte von seinem Sessel hinunter. Langsam führte er seine Hand an Anjas Scham, auf der sich ein feuchter Film gebildet hatte. Als er sie schließlich berührte, durchfuhr ihn ein Schaudern. Er merkte, wie hart er geworden war.</p>
<p>Sebastian erhob sich etwas und näherte seinen Mund dem Ort, an dem er eben noch seine Hand gehabt hatte. Sebastian versenkte seine Zunge in Anjas feuchter Mitte.</p>
<p>Anja stöhnte zielführend.</p>
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		<item>
		<title>Wie früher in der DDR</title>
		<link>http://www.logon-echon.de/?p=38</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Aug 2008 14:56:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Ewen Ungar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Kapitalismus - Fetischismus - Weltordnung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man, wie ich, in zentraler Lage wohnt, hat man es nie weit. Zumindest nicht, wenn sich die zentrale Lage in einer mittelgroßen deutschen Großstadt befindet. In wirklichen Metropolen ist das anders, aber weil in Deutschland einstmals Hinz und Kunz König sein wollte, sind wir von richtigen Metropolen weitgehend verschont geblieben. 
Ich habe mal einige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Wenn man, wie ich, in zentraler Lage wohnt, hat man es nie weit. Zumindest nicht, wenn sich die zentrale Lage in einer mittelgroßen deutschen Großstadt befindet. In wirklichen Metropolen ist das anders, aber weil in Deutschland einstmals Hinz und Kunz König sein wollte, sind wir von richtigen Metropolen weitgehend verschont geblieben. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Ich habe mal einige Zeit in einer gewohnt, mit dem Ergebnis, dies nicht mehr für erstrebenswert zu halten. Es geht einem ganz schön auf den Sack, </span><span id="more-38"></span><span lang="DE">wenn man, um einen Baum oder Strauch zu sehen, sich erst mal vier Stunden durch verstopfte Straßen quälen muss. Verzichtet man aus Faulheit aber auf die Inaugenscheinnahme von Natur, geht einem alles noch mehr auf den Sack. Irgendwie brauche ich von Zeit zu Zeit Fauna und Flora, wobei der Schwerpunkt auf der Flora liegt, denn die Fauna kann manchmal ganz schön gefährlich werden. Flora ist dagegen meist liebreizend, es sei denn, man isst etwas, das man nicht kennt. Das kann nach hinten losgehen. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Doch zurück in meine kleine Winzmetropole deutscher Ausprägung, die ich zentral bewohne. Alles ist hier mit dem Fahrrad, viel zu Fuß zu erreichen. Ich brauche kein Auto, es wäre eher eine Last, denn ein Vergnügen. Das ist auch gut so, denn ich fürchte mich vor dem Zorn der nachfolgenden Generation auf die heutigen Autofahrer, welche im Namen der Generationengerechtigkeit eine ressourcenarme und schön warme Welt hinterlassen werden, weil sie Leistungsträger sein mussten, dies ohne Auto aber nicht sein konnten. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Doch die nachfolgenden Generationsschnösel sollen von mir aus die Höchststrafe für ehemalige ADAC-Mitglieder fordern und alle als vormalige Autofahrer bekannte Greise auf der Straße bespucken. Mir wird das egal sein, denn ich hatte ja kein Auto und habe daher ein reines Gewissen. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Mein Bäcker ist an der Ecke, die Quellen für Bier sind hier zahlreich gestreut, an Feinkost ist kein Mangel. Ich kann mir jederzeit Schuhe kaufen, auch Taschen und Parfüm, was ich allerdings meist nicht will. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Auch wenn ich mal ein Handy brauche, dann kann ich mir jederzeit eines besorgen. Ob mit Vertrag, ob ohne, scheißegal! In meiner Fußgängerzone um die Ecke gibt es auf 150 Metern sieben Handyläden. Es gibt drei Mal H&amp;M, drei riesengroße Parfümerien plus zwei große Parfümerie-Abteilungen in zwei riesen</span><span lang="DE">großen Kaufhäusern, in denen man auch Handys bekommt. Auch wenn ich mal eine Spielkonsole bräuchte gibt es hier mehr als nur einen Anbieter, und jeder verfügt über eine große Auswahl unterschiedlicher Modelle. Und selbst für glitzerndes, funkelnd geschliffenes Glas, das man früher dazu verwendet hat, Ureinwohner in fernen Ländern und Kontinenten um ihr Land zu bescheißen, finden sich hier gleich mehrere Ladenlokale, die, alle Kontinente sind inzwischen erschlossen und die Ureinwohner dezimiert, nun neue Abnehmer für den überteuerten Glitzerkram suchen. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Ein kleines Problem gibt es hier in meiner kleinen Großstadtidylle allerdings doch. Wenn man mal keinen Bock auf Feinkost hat, dann muss man sich aufs Fahrrad setzen und zu Aldi radeln. Es gibt hier nämlich alles, nur nichts, was man im Alltag braucht. Vor einiger Zeit noch war das ein bisschen anders, inzwischen dominieren allerdings die Handelsketten die Einkaufsmeile mit ihrem immer gleichen Angebot. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Das erstaunliche ist, dass das nicht nur in meiner Fußgängerzone so ist. Jede Fußgängerzone der Republik sieht inzwischen genauso aus wie meine. Mal kommt C&amp;A vor H&amp;M mal danach. Mal liegt Douglas rechts neben Kaufhof, mal links. In diesen Details unterscheiden sich deutsche Innenstädte, ansonsten sind sie gleich. Eigentlich schon recht trist, oder? </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Selbst wenn ich Geld hätte, würde mir hier die Lust auf Konsum vergehen. Ich kann mir doch nicht jeden Tag drei Hosen und ein Handy kaufen, um mir anschließend Parfum und Body-Lotion zuzulegen. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Die Konsumverlockungen der schönen neuen Warenwelt halten sich also ziemlich in Grenzen. Im Gegenteil scheint es mir, als ob die Produktpalette im Gegensatz zu den Versprechungen der Verfechter der Theorien des freien Marktes dank der Zentrierung auf wenige große Konzerne immer weiter abnehmen würde, da die Konkurrenz das Geschäft eben nicht belebt, sondern ab einer gewissen Größe nur Vielfalt abtötet. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Irgendwann wird es dann dank freier Marktwirtschaft so sein wie es früher angeblich nur im realexistierenden Sozialismus war: Es gibt nur wenige Produkte. Und für den Erwerb musste man Schlange stehen. Dass diese Prognose nicht ganz falsch ist, beweist die privatisierte Postfiliale im Kaufhaus gegenüber. Da muss man nämlich auch immer Schlange stehen. Und das ziemlich lange. Zwanzig Minuten sind keine Seltenheit. Personalkosten schmälern nämlich Aktionärsgewinn.</span></p>
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		<title>Der erste Tag - Anja Zandt (9. Teil)</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jul 2008 11:25:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Ewen Ungar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die Betriebsversammlung - Ein Roman aus der neuen Mitte]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit noch etwas verwässerten Augen, aber einem Lächeln im Gesicht ging Anja zurück in ihr Büro. Sie wusste, was zu tun war. Sie würde kämpfen, mit allen Mitteln. Gemeinsam mit Roland und einer Koalition der Willigen, die noch zusammenzustellen war. Betriebsrat, so ein Quatsch!
In der Türrahmung ihres Büros stand Karin und unterhielt sich mit einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Mit noch etwas verwässerten Augen, aber einem Lächeln im Gesicht ging Anja zurück in ihr Büro. Sie wusste, was zu tun war. Sie würde kämpfen, mit allen Mitteln. Gemeinsam mit Roland und einer Koalition der Willigen, die noch zusammenzustellen war. Betriebsrat, so ein Quatsch!</p>
<p class="MsoNormal">In der Türrahmung ihres Büros stand Karin und unterhielt sich mit einer Kollegin. Das Thema war offensichtlich, ob sie zur Betriebsversammlung gehen würden. Es war beiden eine Selbstverständlichkeit, schließlich war es ihr gutes Recht. In ihrem aufgeregten Palaver, war das der erkennbare Konsens. Endlich hatten es drei Kollegen gewagt, die Initiative zu ergreifen. Der Schritt war schon längst überfällig. Es war wie eine Revolution, ein Schlag der Befreiung. Einfach nur geil!<span id="more-36"></span></p>
<p class="MsoNormal">„Es wird keine Betriebsversammlung geben. Geht zurück an eure Arbeit.“ Diesmal schrie Anja nicht, sondern stellte mit überlegenem Lächeln eine Tatsache fest, die allerdings noch zu schaffen war. Dieses Mal war die Reaktion anders. Anja sah, wie sich Irritation im Gesichtsausdruck Karins einschlich.</p>
<p class="MsoNormal">„Warum nicht?“, wollte sie wissen.</p>
<p class="MsoNormal">„Weil wir hier nicht eine x-beliebige Firma sind. Wir brauchen so etwas nicht. Es ist nur Zeitverschwendung. Geh jetzt an deine Arbeit. Los!“</p>
<p class="MsoNormal">Karins Stimmung kippte, denn sie ließ sich von den zwar haltlosen aber souverän vorgetragenen Argumenten Anjas beeindrucken. Sie verschwand im Büro.</p>
<p class="MsoNormal">„Warum bist du gegen einen Betriebsrat?“, wollte Karin von Anja wissen, „In anderen Firmen gibt es auch einen.“</p>
<p class="MsoNormal">„Andere Firmen sind andere Firmen“, stellte Anja fest. „Was soll hier ein Betriebsrat? Roland ist der Chef. Wenn es ein Problem gibt, dann rede mit ihm. Der sagt dir dann, was du machen sollst.“</p>
<p class="MsoNormal">„Ja, schon. Aber &#8230; „</p>
<p class="MsoNormal">„Was ‚aber’? Da gibt es kein Aber. So war es schon immer und so wird es auch bleiben.“</p>
<p class="MsoNormal">Inzwischen war Sebastian ins Büro zurückgekehrt. Anja wandte sich an ihn.</p>
<p class="MsoNormal">„Und was ist deine Meinung? Brauchen wir hier einen Betriebsrat?“</p>
<p class="MsoNormal">Unmittelbar war Sebastian klar, auf welche Seite er sich zu schlagen hatte. Schließlich genoss er hier gewisse Privilegien, die er nicht verlieren wollte.</p>
<p class="MsoNormal">„Nein, brauchen wir nicht. Wozu sollte sowas gut sein? So etwas schafft nur Probleme, wo keine sind.“</p>
<p class="MsoNormal">„Siehst du“, sagte Anja zu Karin. „Niemand in der Firma will so etwas. Deswegen wird es auch keine Betriebsversammlung geben. Schalte jetzt deine Anzeigen. Dafür bist du eingestellt worden und nicht, um dich auf Betriebsversammlungen rumzutreiben.“</p>
<p class="MsoNormal">Karin schluckte ihren Ärger erneut runter. Sie war sich unsicher geworden. Konnte die Betriebsversammlung verhindert werden? In ihrer Ausbildung hatte sie an der Berufsschule etwas anderes gelernt. Aber richtig sicher war sie sich nicht. Sie würde nach Feierabend mit Kollegen sprechen. Jetzt war es wahrscheinlich erst mal besser, nicht zu widersprechen.</p>
<p class="MsoNormal">Anja überdachte das Gespräch. Dieses Nachdenken versetzte sie wieder in gehobene Stimmung. In Sebastian hatte sie einen ersten Verbündeten gefunden und Karin war sichtlich irritiert. Anja überlegte, wie sie weiter vorgehen sollte, denn Vieles musste gleich heute noch besprochen und organisiert werden.</p>
<p class="MsoNormal">„Du, Sebastian. Ich habe unglaubliche Kopfschmerzen von dem ganzen Scheiß. Kannst du mich nach Hause fahren? Allein schaffe ich das nicht mehr.“</p>
<p>Es war Sebastian ein Vergnügen, Anja zu begleiten.<span style="font-size: 12pt; font-family: " lang="DE"> </span></p>
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		<title>Der erste Tag - Anja Zandt (8. Teil)</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jul 2008 15:28:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Ewen Ungar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die Betriebsversammlung - Ein Roman aus der neuen Mitte]]></category>

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		<description><![CDATA[Anja schien es, als würde in der Agentur nun niemand mehr arbeiten. Die Grafiker und Grafikerinnen, die Webdesigner und ihre weiblichen Pendants, die Programmierinnen und ihre männlichen Kollegen, ganze Teams von Media-Beratern standen auf den Gängen und diskutierten. Eine Atmosphäre freudiger Erregung lag über der Firma. Und je mehr Freude sie sah, um so mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Anja schien es, als würde in der Agentur nun niemand mehr arbeiten. Die Grafiker und Grafikerinnen, die Webdesigner und ihre weiblichen Pendants, die Programmierinnen und ihre männlichen Kollegen, ganze Teams von Media-Beratern standen auf den Gängen und diskutierten. Eine Atmosphäre freudiger Erregung lag über der Firma. Und je mehr Freude sie sah, um so mehr fühlte sich Anja müde, unendlich müde.</p>
<p class="MsoNormal">Die Wut, die aus dieser Müdigkeit heraus plötzlich in ihr hoch stieg, war wie ein letztes Aufbäumen. Sie schrie <span id="more-35"></span>die nächststehende Gruppe an. „Habt ihr nichts zu tun? Geht an eure Arbeit! Ich glaube, es geht los!“</p>
<p class="MsoNormal">„Wenn es erst einen Betriebsrat gibt, hast du hier gar nichts mehr zu sagen“, wurde ihr entgegnet. Das war zu viel! Sie fühlte plötzlich, wie ihr Hass entgegenschlug. Wie ein heftiger Donnerschlag brach die Erkenntnis über sie herein, dass sie mehrheitlich gehasst wurde. Schon lange, wahrscheinlich schon immer. Für den Moment dieser Erkenntnis setzte ihr Herz aus, um mit einem heftigen Schmerz im nächsten Moment wieder einzusetzen und sie weiter am Leben zu erhalten, das ihr plötzlich sinnlos, leer und ausschließlich leidvoll erschien. Tränen rollten ihr über die Wange.</p>
<p class="MsoNormal">Sie schloss sich auf der Toilette ein. Niemand sollte gegönnt sein, sie so zu sehen, schließlich waren die Tränen echt und nicht von ihr inszeniert, um einen Zweck zu erreichen.</p>
<p class="MsoNormal">„Konnte man die drei nicht einfach entlassen, dann wäre alles wie früher“, überlegte sie. „Man müsste sie einfach rauswerfen.“ Mit dieser Idee würde sie nachher zu Roland und Werner Tietz gehen. Einfach raus; fertig, aus, vorbei. All die in den letzten Minuten gefühlten Empfindungen wären hinfällig.</p>
<p class="MsoNormal">Sie würde mit Sebastian sprechen, sie würden etwas anzetteln, das die Betriebsversammlung verhindert. Sebastian würde ihr helfen, da war sie sicher. Falls er sich weigerte, würde sie mit ihm schlafen. Dann könnte er nicht mehr anders, schon weil er nicht wollte, dass es seine Freundin Christina erfährt. Aber so weit würde es nicht kommen. Sebastian wusste, zu wem er halten musste. Es musste noch andere geben, die gegen einen Betriebsrat waren. Die blöde Kuh von Sabine Krautmann. Genau! Die war so hinter Roland her, die konnte nicht für einen Betriebsrat sein.</p>
<p>Langsam bekam etwas Gestalt, was Anja niemals Intrige genannt hätte. Es war lediglich eine Taktik, eine Strategie, die mit geeigneten Mitteln versuchte, ihre und Rolands Interessen zu wahren. Über diese Gedanken beruhigte sie sich, Hoffnung stieg in ihr auf, wodurch die eben erlangte Erkenntnis vertrieben wurde. Sie trocknete sich das Gesicht, sah in den Spiegel, befand das Gesehene für gut und verließ die Toilette.<span style="font-size: 12pt; font-family: " lang="DE"> </span></p>
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		<title>Ein Land am Abkacken</title>
		<link>http://www.logon-echon.de/?p=34</link>
		<comments>http://www.logon-echon.de/?p=34#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Jul 2008 11:22:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Ewen Ungar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Kapitalismus - Fetischismus - Weltordnung]]></category>

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		<description><![CDATA[Goldene Zeiten sind für all jene angebrochen, die apokalyptische Stimmungen lieben, die von Weltuntergängen schwärmen, denn nun ist es so weit. Allerdings vollzieht sich der Untergang nicht mit einem lauten Knall. Es gibt auch keine richtige Schlacht, keinen Gerummse und Gewummse. Der Niedergang vollzieht sich im Stillen, noch zumindest.
Es sind die Vereinigten Staaten von Amerika [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Goldene Zeiten sind für all jene angebrochen, die apokalyptische Stimmungen lieben, die von Weltuntergängen schwärmen, denn nun ist es so weit. Allerdings vollzieht sich der Untergang nicht mit einem lauten Knall. Es gibt auch keine richtige Schlacht, keinen Gerummse und Gewummse. Der Niedergang vollzieht sich im Stillen, noch zumindest.</p>
<p class="MsoNormal">Es sind die Vereinigten Staaten von Amerika die ihrem Untergang entgegen trudeln. Zwar können Staaten angeblich nicht pleite gehen, ob dieser Satz in Zeiten <span id="more-34"></span>des Marktradikalismus immer noch wahr ist, wird sich am Beispiel der USA zeigen. Die sind nämlich nicht nur völlig pleite, sondern einfach komplett am Ende.</p>
<p class="MsoNormal">Hierzulande wird immer von Immobilienkrise gefaselt, doch was das faktisch heißt, weiß kaum jemand. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=jmeHiFZUWtE" target="_blank">Im Internet allerdings wird man fündig</a> und kann sich ansehen, was das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=loH_iBRoOZI" target="_blank">Abrutschen des amerikanischen Mittelstandes</a> für die Betroffenen bedeutet.</p>
<p class="MsoNormal">Die Kritiker des Wohlfahrtsstaates und die Gläubigen des weltumspannenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marktradikalismus" target="_blank">Ordens der Unsichtbaren Hand</a> werden die Situation der Amerikaner sofort zu loben wissen. Losgelöst von staatlicher Bevormundung findet der amerikanische Mittelstand zu seinen Wurzeln zurück und gibt sich von ursprünglichem Pioniergeist durchdrungen zügellos der neuen Freiheit hin – ohne Haus, im Auto schlafend, in Zeltstädten lebend, ganz auf sich gestellt und völlig unabhängig. Ohne all den unnötigen Zivilisationsballast wie Arbeitslosen- oder Rentenversicherung. Ist doch toll, oder? Das eben noch bewohnte Eigenheim steht leer, denn der Markt sagt, dass das so sein muss. Lieber lassen wir die Dinger vergammeln als Leute drin wohnen, die keine Kohle haben. Der Markt ist in seiner tiefen Weisheit einfach unergründlich.</p>
<p class="MsoNormal">Nun gut. Ich habe Amiland schon immer für ein Assi-Land gehalten, denn es schnorrte beständig bei anderen, gegen die es dann im Anschluss meist einen sinnlosen Krieg vom Zaun brach. Diese Zeiten scheinen sich dem Ende zu nähern und das ist nicht unbedingt schlecht. Schön wäre es, wenn es ohne einen weiteren Krieg abginge, doch ich fürchte, diese Hoffnung wird sich nicht erfüllen. Die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs Israels gegen den bösen Iran, wodurch sich Amiland aus Freundschaft zum Eingreifen zugunsten Israels verpflichtet fühlt, halte ich für relativ hoch. Inwieweit dieses Szenario schon jetzt feststeht, darüber werden die Geschichtsbücher eventuell mal berichten.</p>
<p class="MsoNormal">Spätestens ab dem Kriegseintritt ist es Herrn Bush wohl auch möglich von der <a href="http://www.whitehouse.gov/news/releases/2007/05/20070509-12.html" target="_blank">Direktive NSPD 51</a> Gebrauch zu machen und noch ein bisschen länger im Amt zu verweilen. Die Direktive NSPD 51 ist sowas wie das amerikanische Ermächtigungsgesetz. Wer keine Lust auf den englischen Text hat, findet <a href="http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2007/nr28-vom-1672007/einsatz-der-streitkraefte-in-amerika-bei-nationalem-notstand/">hier</a> Erläuterungen. Ein weiterer Krieg wäre also nicht ganz und gar gegen Herrn Bushs Interessen, auch wenn er das behauptet.</p>
<p class="MsoNormal">Allerdings ist es auch möglich, dass eine Eskalation der diversen Krisen bereits hinreichend für die Ausrufung des nationalen Notstandes ist. Die USA kämpfen ja gerade an unglaublich vielen ökonomischen Fronten: Hypothekenkrise, Finanzmarktkrise, Ölkrise, Energiekrise, Dollarkrise, &#8230; Ob dieses Konglomerat an Verwerfungen ausreichend sein wird, Herrn Bush über seine Zeit hinaus im Amt zu halten, oder ob es dazu noch eines weiteren Krieges bedarf wird sich dann Ende des Jahres zeigen.</p>
<p class="MsoNormal">Dann allerdings wären die USA von den Entwicklungsländern, gegen die sie im Namen der Freiheit und Demokratie normalerweise Krieg führen, eigentlich nicht mehr zu unterscheiden.</p>
<p class="MsoNormal">Merkwürdig ist nur, wie wenig hier über die Vorgänge in Amiland berichtet wird. Ich gebe zu, der voraufgegangene Absatz klingt ein bisschen nach Verschwörungstheorie, aber die Direktive gibt es nunmal wirklich. Und der Bush-Administration traue ich das auch zu, schließlich finden die auch Guantanamo total freiheitlich-demokratisch.</p>
<p class="MsoNormal">Doch zurück nach Europa und Deutschland. Hiesige Verantwortliche behaupten, was da in Amiland passiert, sei für uns völlig unwichtig, denn die deutsche Wirtschaft wäre von der amerikanischen entkoppelt.</p>
<p class="MsoNormal">Das beruhigt ungemein. Es bleibt allerdings die Frage, wohin wir unseren ganzen Krempel dann exportieren. Schließlich sind wir <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Exportweltmeister">Exportweltmeister</a> und irgendjemand muss das Zeug doch kaufen. Ach so! Die Chinesen! Immer wenn irgendwelche Wirtschaftsfuzzies nicht mehr weiter wissen, kommen sie mit China. Es mag auch sein, dass China ganz viel von unseren Ingenieurwunderwerken kauft. Allerdings auch nur aus dem Grund, um damit zu produzieren und den Weltmarkt zu überschwemmen. Wenn die stärkste Volkswirtschaft allerdings zusammenbricht, wird auch China dahin nichts mehr exportieren können. Wer kauft den Krimskrams dann? Ach so! Die Ölländer wie Dubai und Saudi Arabien, weil die gerade dermaßen viel Reibach machen. Das Problem ist nur: Den Reibach, den die machen, machen sie in Dollar, denn ihre Währungen sind an den Dollar gekoppelt. Wenn der Dollar abkackt, dann sackt auch deren Währung in den Keller. Dumm gelaufen.</p>
<p class="MsoNormal">Es könnte also sein, dass diejenigen, die was von der entkoppelten deutschen Wirtschaft faseln, von Globalisierung keine Ahnung haben. Das tolle an der Globalisierung ist doch, wie alles mit allem zusammenhängt. Der freie Markt lässt angeblich alle am Wachstum teilhaben. Das war für das Wachstum zwar nicht wahr, für den Abschwung gilt es aber auf jeden Fall.</p>
<p>Und es kommt noch besser. Mit dieser Rezession ist wahrscheinlich die Globalisierung in ihrer jetzigen Form auch gegessen, denn es handelt sich im Gegensatz zu den Krisen zuvor um eine fundamentale Krise, die nicht gelöst werden kann. Sie bedeutet das <a href="http://www.dampfboot-verlag.de/buecher/627-3.html">Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen</a>. Eigentlich auch wieder spannend, oder? <span style="font-size: 12pt; font-family: " lang="DE"> </span></p>
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