Der zweite Tag - Sebastian Markus (1. Teil)

Das Klingeln des Weckers riss ihn aus einem dumpfen Nichts. Traumlos war seine Nacht gewesen. Die Ereignisse des gestrigen Tages hatten keinen Eingang in Sebastians Schlaf gefunden, doch jetzt fielen sie im langsam wieder ein. Er hatte Anja gefickt, bis sie gequickt hat wie eine Sau, die gerade abgestochen wird. Er hatte es Anja richtig besorgt, garantiert besser als Roland es ihr jemals gemacht hatte oder jemals machen würde. Anja war eine richtige Drecksau, die es hart braucht; Sebastian war der Mann, der ihr genau das gegeben hatte. Er hatte sie zum Schreien gebracht, in Rolands Haus, auf dessen Sofa. Ein Gefühl der Klarheit in einem für Sebastian plötzlich wichtigen Punkt machte ihn stolz: Im Bett war er besser als Roland. Er war es, der es der Lebensgefährtin des Chefs besser besorgte als der Chef selbst.

Er entfernte sich in Gedanken etwas von der Erinnerung an die ihn erregende, brutale Heftigkeit, mit der er alle Löcher Anjas bearbeitet hatte, und das Wort Betriebsrat fiel ihm ein. Genau! So war es ja erst zu dem Fick gekommen.

Entgegen dem, was er gestern zu Anja gesagt hatte, fand er die Idee inzwischen gar nicht so schlecht. Er könnte sich in den Betriebsrat wählen lassen, Betriebsratsvorsitzender werden. Dann würde er nicht nur Rolands Frau ficken, sondern ihm auch im Büro auf Augenhöhe gegenüber treten können, ihm sagen, was er zu tun und zu lassen habe, ihm sagen, was für ein Volltrottel er sei. Und Roland könnte nichts tun! Er würde Roland demütigen, so wie er ihn gestern gedemütigt hatte. Ständig. Eine große Lust an der Erniedrigung Rolands nahm Sebastian ein, denn er fand, Roland hätte das verdient. Dessen Überheblichkeit und Willkür kotzte Sebastian schon lange an. Er hatte große Lust, es ihm zurückzuzahlen, nicht nur, indem er es heimlich Anja besorgte.

Die Stimme seiner Freundin Christina riss ihn aus Gedanken.

„Du musst aufstehen, Kaffee ist schon fertig.“

Im wurde zum Kotzen. Christina war für ihn zum Symbol für die Langeweile seines Lebens geworden. Christina tat alles, was er verlangte, machte sauber, kochte, wusch ab. Christina hielt die Fresse, wenn er es ihr sagte. Sie beschwerte sich nie, wenn er die Samstage im  Fußballstadion verbrachte oder besoffen nach Hause kam. Sie hatte geile Titten und sah passabel aus. Wenn er Lust auf Sex hatte, schmierte sich Christina einen Haufen Gleitgel in die Möse und ließ ihn machen. Danach sagte sie, wie wunderbar er war. Aber es war alles nicht echt, es war falsch und schal. Ein Leben aus Plastik.

„Das mit dem Betriebsrat ist vielleicht gar nicht so verkehrt“, dachte Sebastian und ging ins Bad.

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